Rückblick INVESTMENTexpo, Berlin – Auszug aus der Diskussionsrunde „Die neue Seidenstraße” mit RLI Geschäftsführer Peter Wenzel

Peter Wenzel, InvestmentExpo. Seidenstraße, China, Covid

Rückblick INVESTMENTexpo, Berlin – Auszug aus der Diskussionsrunde „Die neue Seidenstraße” mit RLI Geschäftsführer Peter Wenzel

Die INVESTMENTexpo in Berlin war ein voller Erfolg für den Veranstalter RückerConsult und ein absoluter Gewinn für die Immobilienbranche – so auch für RLI Investors. Beide Geschäftsführer Katrin Poos und Peter Wenzel sowie Bernhard Setzwein, Head of ESG und Senior Technical Manager,  waren begeisterte Gäste der 2. INVESTMENTexpo 2020, die erstmalig im Berliner Zoopalast stattfand. Die Freude über persönliche Treffen und Gespräche war groß. Das Programm vor, während und nach der Messe war vielfältig und abwechslungsreich. Die Gäste hatten die Qual der Wahl. Gott sei Dank wurden die Diskussionsrunden und Vorträge alle aufgezeichnet. So auch die Panelteilnahme von Peter Wenzel, der gemeinsam mit Branchenkollegen über das Thema “Die Seidenstraße – Auswirkungen auf Logistikmärkte, -wege und -immobilien. Hat die Corona Krise nachhaltige Auswirkungen auf den internationalen Handel und die Handelsstraßen?“ diskutierte.

Die Antworten von Peter Wenzel zu den Fragen des Moderators Andreas Trumpp, Head of Research Germany bei Savills IM,  haben wir noch einmal zusammengefasst. Lesen oder hören Sie gerne rein.

Nearshoring / Reshoring als Folge aus der Coronakrise – Chance für den europäischen Logistikmarkt?

“Im Juni fand bei RLI eine exklusive Expertenrunden mit Prof. Sinn statt, der meinte, dass die Seidenstraße wichtiger denn je sei. Wenn uns jetzt jemand kurzfristig aus der Krise holen könne, dann sei es China. Die Seidenstraße ist jetzt also noch wichtiger als vorher. Um jetzt die beiden Themen Seidenstraße und Covid zu verknüpfen: ich glaube, dass wir in Europa kurzfristig nicht die Produktionskosten haben werden, die uns erlauben, besonders viel Nearshoring zu machen. Mittel- bis langfristig und falls wir das automatisiert hinbekommen, haben wir eine Chance. Die Lohnkosten sind jedoch so unterschiedlich, so dass wir jetzt aktuell einfach nicht sagen können, okay China, wir machen es selber. Das wird in den nächsten Jahren nicht passieren.”

 

 

Warum ein guter Partner wichtig denn je ist

“Ich glaube, dadurch dass Logistik jetzt noch mal populärer wird, drängt natürlich auch Geld in den Markt, das nicht die große Logistikexpertise mitbringt. Das heißt, dass sich der Markt in den sehr verfügbaren Markt aufteilt. Als Beispiel nehme ich mal die großen internationalen Maklerhäuser, die jeder anrufen und mitbieten kann. Dabei kommen dann auch Preise zustande wie 3,5% Caprate. Kann man machen, nur wenn man tiefer im Markt ist, macht man da nicht mit. Denn dann hat man seine Entwickler, die man schon kennt und wo ein Anruf genügt, um an die Immobilie ranzukommen. Da hat man evtl. noch ein oder zwei Konkurrenzgebote, aber nicht 20. Genau das haben wir deutlich in den letzten vier Jahren gesehen, wo wir sehr aktiv am Markt waren. Wir haben 40 Gebäude in Einzeltransaktionen gekauft und die Wertentwicklung mitgemacht und gestaunt, wie dynamisch die war. Was wir auch gesehen haben ist, wenn man tief im Markt ist und sich als Manager gut verwurzelt hat, kommt man auch an die Objekte ran, die über diesen “nice and shiny” Markt bei den internationalen Bieterprozessen nicht verfügbar sind. Da trennt sich dann schon die Spreu vom Weizen, ob man attraktive Renditen bekommt oder ob man mit dem ein oder anderen Risiko, das mit den günstigeren Immobilien einhergeht, auch umgehen kann.”

 

 

Auswahl der Standorte in Europa und Zugang zu renditeträchtigen Immobilien

“Außer in Deutschland natürlich, unserem Heimatmarkt, gibt es auf beiden Seiten – im Osten und Westen – sehr spannende Märkte, die gerade im Osten auch noch deutlich renditestärker sind. Wir haben in unserer Analyse festgestellt, dass gerade Polen und Tschechien sehr stabile Märkte mit langfristig guten ökonomische Basisdaten sind. Wenn wir jetzt in Richtung Frankreich oder Mittelmeerraum gehen, zeichnet sich ein anderes Bild. Hinzukommt, dass Polen, Tschechien und Holland sehr gute Logistikmärkte haben. So gibt es nicht nur gute Gründe, in Holland mit den Gatewaystandorten Amsterdam und Rotterdam und den Steuervorteilen präsent zu sein, sondern auch in Ländern auf der östlichen Seite der deutschen Grenze. Es gibt spannende Märkte in Europa. Wenn man sich diese erschließt, kann man noch ein Portfolio mit zusätzlich guter Rendite erwirtschaften – mit einem reinen deutschen Portfolio würde man sich hingegen schwer tun.”

 

Quelle: Video RUECKERCONSULT INVESTMENTexpo, Foto Christian Thomas
Kategorie: Rückblick und Veranstaltung.

Translation Priorities: Optional.