Veranstaltung crenet e.V.: RLI nimmt an Führung durch das Berliner Internationale Congress Centrum (ICC) teil

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Veranstaltung crenet e.V.: RLI nimmt an Führung durch das Berliner Internationale Congress Centrum (ICC) teil

Am Donnerstag, den 01.10.2020, haben Claudia Austen, unsere Transaktions- und Assetmanagerin, und Pablo Moll, Hospitant bei RLI, auf Einladung des crenet e.V. an einer Führung durch das 2014 stillgelegte Berliner Internationale Congress Centrum (ICC) teilgenommen. RLI ist seit Jahren Mitglied bei crenet e.V. und nutzt gerne bei der ein oder anderen Gelegenheit das crenet-Netzwerk zum fachlichen Austausch.

Das ICC war einst eines der größten Kongresshäuser der Welt. Vom einstigen Ruhm scheinen nur noch Erinnerungen übrig zu sein. Seit 2014 stillgelegt, steht dieser Koloss nun inmitten des Berliner Stadtteils Charlottenburg-Wilmersdorf und ist Zeit und Witterung ausgesetzt. Die letzte große Aufgabe der Liegenschaft war die Unterbringung von ca. 750 Flüchtlingen, die zwischen 2015 und 2017 dort eine Unterkunft fanden.

Steht man vor dem Gebäude, kann man nur schwer erahnen, was einen im Inneren erwartet. Beim Betreten wird aber schnell klar, dass an Interieur, Innendesign und Material bei der Er-, und Einrichtung nicht gespart wurde, der Bau wurde im Übrigen innerhalb von 5 Jahren (1975 – 1979) pünktlich abgeschlossen. Sieht man von außen nur die Aluminium-Fassade, fühlt man sich im Inneren sofort in der Zeit zurückversetzt

Neben mechanischen Anzeigetafeln und Uhren, Kofferabgabestationen und Informationsschaltern fällt vor allem der einwandfreie und neuwertig scheinende Innenbereich sofort auf. Hätte man es nicht besser gewusst, könnte man meinen, das Gebäude ist immer noch in Betrieb und öffnet am nächsten Tag die Türen für seine Besucher. Auf etwas mehr als 250.000 m² Bruttogeschossfläche finden sich sowohl Räume mit 20 Plätzen als auch ganze Säle die 3.000 (Saal 2) bis hin zu 5.000 (Saal 1) Personen Raum bieten.

Der für damalige Verhältnisse hochmoderne Stil spiegelt sich auch in der Konstruktion des Gebäudes wieder. So konnte man ganze Zuschauertribünen über Ketten- und Hydraulikantriebe bewegen, um Platz für die verschiedensten Arten von Veranstaltungen zu schaffen.

Warum aber wurde das ganze Projekt im Jahre 2014 stillgelegt? Schon bei Beginn des Baus war den Verantwortlichen bewusst, dass sich diese Immobilie durch Kongressveranstaltungen, Shows, Konzerte oder gar Tennisturniere nicht kostendeckend wird finanzieren können. Neben 80 Sälen und Tagungsräumen verfügt das Gebäude über riesige Verkehrs- und Foyerflächen, die hohe Betriebskosten verursachen. Die ständige Verfügbarkeit der technischen Anlagen, der umfangreichen Sicherheitseinrichtungen sowie die Pflege der Bausubstanz zur Erhaltung hoher Qualitätsstandards führten kontinuierlich zu steigenden Kosten. Hinzu kamen nach Jahren der Nutzung notwendige Sanierungsarbeiten, die den finanziellen Rahmen schlussendlich gesprengt hätten.

Die einzige Bewirtschaftung, die bis heute anhält, sind Energie- und Wartungskosten für die Aufrechterhaltung des Brandschutzes und der für den Stillstandsbetrieb notwendigen betriebstechnischen Anlagen. Neben der tadellosen Qualität des Gebäudes und der nostalgischen Atmosphäre im Inneren bleibt eine Frage unbeantwortet: Wie ist die zukünftige Nutzung dieses Monuments?

Mehr über crenet e.V. und das Veranstaltungsprogramm auf crenet.com.

Kategorie: Rückblick und Veranstaltung.

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