RLI auf der Premiere des Tags der Logistikimmobilie initiiert von ZIA – dem Zentralen Immobilien Ausschuss

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RLI auf der Premiere des Tags der Logistikimmobilie initiiert von ZIA – dem Zentralen Immobilien Ausschuss

Am 9. September 2020 fand der erste Tag der Logistikimmobilie von ZIA in Berlin statt. Ziel der Veranstaltungsreihe soll sein, die Scheinwerfer noch mehr auf die Assetklasse Logistik zu richten und ihr zu mehr Beliebtheit zu verhelfen, schließlich ist sie relevanter denn je. Der ZIA liefert dafür die perfekte (politische) Bühne. Katrin Poos und Nela Hermann wohnten der Veranstaltung bei und waren von der Organisation und den dort diskutierten Themen begeistert. Einen Einblick gibt diese Zusammenfassung.

Ein neuer Trend im Logistikimmobilienmarkt hin zur krisenfesten Anlage?
Dr. Jochen Keysberg, CEO von Apleona: “Durch die Verschiebung der Supply Chains während der Pandemie und dem anhaltenden „E-Commerce-Boom“ werden aktuell mehr Lager- als Umschlagimmobilien benötigt. Viele Güter wurden und werden auf Vorrat gelagert, um Engpässe zu vermeiden.“

Die Pandemie habe einen dauerhaften Einfluss auf die Handelsströme und somit auch auf den Bedarf an LogistikimmobilienDie Versorgungssicherheit sei die Basis für den Erfolg Deutschlands, vor allem bei Importengpässen. Verfügbare Flächen in den Städten sollten und können für on demand Bestellungen genutzt werden.

Lager sind die neuen Kaufhäuser – oder eher andersrum?
Herr Rainer Köpke, Head of Industrial & Logistics Germany bei CBRE, wandte ein, dass es wichtig und notwendig sei, proaktiv über sinnvolle Nutzung, wie z.B. Mixed-use, von leerstehenden (Handels-) Immobilien nachzudenken. Allerdings stellen z.B. begrenzte Anlieferzonen und hohe Paketmengen für Eigentümer und Entwickler erschwerte Bedingungen dar.

“Diese Kaufhäuser sind „Anker“ bzw. „Anziehungspunkte“, die kreativ umgenutzt werden müssten, um zu vermeiden, dass auch die umliegenden Geschäfte sowie die Innenstädte darunter leiden”, ergänzt Köpke.

Logistik ist die Schlüsselbranche für alle Wirtschaftsbereiche
Steffen Bilger, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, machte sich besonders stark für die Logistik: “Ein starker Logistikstandort Deutschland ist auch Voraussetzung für unseren Erfolg als Exportland. Mitten in der Covid-Krise hat Deutschland bewiesen, dass es zurecht den Titel Logistikweltmeister trägt.” Die Versorgung konnte aufgrund der gut organisierten Transportströme gewährleistet werden und hat verdeutlicht, was alles hätte passieren können, wenn das Gegenteil der Fall gewesen wäre.

Mangel an Personal in der Logistik
Nicht unerwähnt blieben die KEP-Dienstleister, die das Mehraufkommen an Warenauslieferungen bestens bewältigten, und die LKW-Fahrer*innen als wichtiges Bindeglied in der Supply Chain. Die Krise habe gezeigt, wie wichtig die Menschen hinter den Logistikketten seien, aber auch wie sehr es in der Logistikbranche an Personal und an der Sicherstellung von fairen Arbeitsbedingungen für die LKW-Fahrer*innen mangele. Aus diesem Grund wurde die Initiative #LogistikHilft während der Pandemie ins Leben gerufen, die sich u.a. für einen lückenlosen Zugang zu sanitären Anlagen einsetzt.

Investitionen in Infrastruktur nicht auf die lange Bank schieben
Eine leistungsfähige Infrastruktur und alternative Transportmöglichkeiten, auf die man bei Bedarf ausweichen kann, wie z. B. ein leistungsfähiger Schienenverkehr, wenn die Grenzen mal wieder schließen, sind wichtige Maßnahmen, die es anzugehen gilt. 5,5 % mehr als im Vorjahr soll dafür als Konjunkturmaßnahme zur Verfügung gestellt werden

Ein Plädoyer für mehr Schienennutzung für den Güterverkehr
Frau Dr. Sigrid Evelyn Nikutta, Güterverkehrsvorstand der DB AG, rief alle Beteiligten der Logistikbranche dazu auf, vermehrt den Verkehrsträger Schiene für den Güterverkehr zu nutzen und auszubauen. Wichtig sei dabei auch das Thema Nachhaltigkeit, da vorhandene Ressourcen genutzt würden und weniger Verkehr auf die Straße einen Beitrag zur CO²  Reduktion darstelle. Wäre dies nicht wesentlich sinnvoller, als Strafzahlungen für die Verfehlung von Klimazielen leisten zu müssen?

Auch seitens der Politik, nämlich von Cem Özdemir, Politiker der Partei Bündnis 90/Die Grünen, bekam die „Schiene“ Unterstützung. Er ging ebenso auf die Themen Nachhaltigkeit ein, jedoch nicht nur in Bezug auf den Schienenverkehr, sondern auch auf den Straßenverkehr und betonte, dass die Dekarbonisierung von LKWs gleichermaßen ein wichtiger Nachhaltigkeitsgedanke sei.

Panel zum Thema Bewertung automatisierter und ökologischer Systeme in der Logistik
Automatisierung gewinnt in der Logistik immer mehr an Bedeutung, wobei sich dabei einige Fragen auftun, wie sich z.B. Investitionen vor allem im Hinblick auf den CO² Fußabdruck amortisieren, ob Investoren in Vorleistung gehen müssen oder ob derartige automatisierte Immobilien drittverwendunsfähig sind. Keine Sorge müsse man sich wohl über obsolete Arbeitsplätze machen, da Mitarbeiter*innen auch in naher Zukunft benötigt würden.

Bei Thema ökologische Systeme ging es u.a. um nachhaltige Potenziale bei Logistik(immobilien). Genannt wurden Transportmittel, wie eine mit Wasserstoff betriebene Bahn oder E-Autos und LKWs sowie PV-Anlagen. In Bezug auf den Wert der Immobilie sei die CO² Neutralität sehr wichtig. Dabei müsse zwischen Neubau oder Bestand unterschieden werden.

Auf die Aussage, dass sich Investoren und Banken grün waschen, reagierte Nela Hermann angesichts der Wichtigkeit der CO² Reduzierung mit Unverständnis: „Warum wird einer guten Sache so ein bitterer Beigeschmack gegeben? Es ist ja schon 5 vor 12 und so, wie sich die Ökobilanz eines Neubaus erst nach und nach den positiven Effekt herauskristallisiert, so können auch wir Alle nach und nach etwas für die Nachhaltigkeit tun.“

Es gibt viele Zukunftsthemen und man muss Vordenken, neu denken und Ideen umsetzen. Geht nun dank Corona ein Ruck durch die Politik?

Kategorie: Rückblick und Veranstaltung.

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